DSWV fordert Neubewertung der GGL-Schwarzmarktanalysen nach Platincasino-Razzia
Henrik Butler · Oct 31, 2026

DSWV fordert Neubewertung der GGL-Schwarzmarktanalysen nach Platincasino-Razzia

Im September 2026 führte die Polizei in Frankfurt und der gesamten Rhein-Main-Region eine groß angelegte Razzia gegen den illegalen Online-Glücksspielanbieter Platincasino durch, wobei Ermittler einen Steuerschaden von 77,6 Millionen Euro allein für das Jahr 2024 ermittelten, der aus Einsätzen in Höhe von 5,86 Milliarden Euro zwischen 2021 und 2023 resultierte, und diese Operation lenkt nun die Aufmerksamkeit auf die Methodik der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder bei der Einschätzung des Schwarzmarktes.
Details zur Razzia und den ermittelten Zahlen
Die Behörden richteten ihren Fokus auf ein Netzwerk, das über Jahre hinweg ohne gültige Lizenz operierte, während die verarbeiteten Einsatzsummen in Milliardenhöhe lagen und die daraus abgeleiteten Steuerausfälle die Diskussion über regulierte versus unregulierte Märkte erneut entfachten; Beobachter stellen fest, dass solche Ermittlungen die Grundlage für eine genauere Betrachtung der Marktanteile bilden, da die Daten aus den beschlagnahmten Unterlagen stammen und nicht nur auf Schätzungen beruhen.
Position des Deutschen Sportwettenverbands
Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) reagierte unmittelbar auf die Ergebnisse der Razzia und forderte eine Überprüfung der von der GGL veröffentlichten Schwarzmarkt-Schätzungen, wobei der Verband die verwendete Methode kritisch hinterfragt, die auf Anteilen am Bruttospielertrag basiert, und gleichzeitig die Steuereinnahmen des legalen Marktes hervorhebt, um eine differenziertere Bewertung im Rahmen der laufenden Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 zu ermöglichen.
Vertreter des Verbands betonen, dass die aktuellen Modelle möglicherweise nicht ausreichend zwischen legalen und illegalen Aktivitäten unterscheiden, während die neuen Erkenntnisse aus der Platincasino-Untersuchung zeigen, dass tatsächliche Umsätze und Steuerverluste messbar sind und daher als Referenz für zukünftige Berechnungen dienen können.
Hintergründe zur Methodik der GGL
Die GGL stützt ihre Schwarzmarktanalysen traditionell auf Anteile am Bruttospielertrag, doch der DSWV argumentiert, dass diese Herangehensweise die tatsächlichen Verhältnisse verzerren könnte, da sie nicht die vollständigen Steuerzahlungen des regulierten Sektors einbezieht; Experten haben beobachtet, dass eine Anpassung der Modelle notwendig wird, wenn neue Daten aus Polizeieinsätzen verfügbar sind, und dies geschieht gerade im Oktober 2026 während der Bewertungsphase des GlüStV 2021.

Studien und Berichte, die im März 2026 veröffentlicht wurden, hatten bereits einen Schwarzmarktanteil von etwa 23 Prozent am Online-Glücksspiel-Bruttospielertrag für 2024 angenommen, doch die aktuellen Ermittlungsergebnisse stellen diese Zahl infrage und veranlassen den Verband dazu, eine datenbasierte Neubewertung anzuregen, die sowohl legale Steuereinnahmen als auch illegale Aktivitäten berücksichtigt.
Kontext der Evaluierung des GlüStV 2021
Die laufende Überprüfung des Interstate Treaty on Gambling aus dem Jahr 2021 bildet den Rahmen für diese Debatte, da der Vertrag Regeln für Lizenzen, Steuern und Marktüberwachung festlegt, während der DSWV darauf hinweist, dass präzisere Schwarzmarktdaten die Grundlage für Anpassungen bilden können; Behörden und Verbände arbeiten daran, die Methodik zu verfeinern, damit zukünftige Schätzungen auf konkreten Fallzahlen wie denen aus der Platincasino-Razzia aufbauen und nicht allein auf anteiligen Berechnungen.
Die Steuereinnahmen aus dem legalen Markt dienen als wichtiger Indikator, der in die Diskussion einfließt, und zeigt, dass regulierte Anbieter signifikante Beiträge leisten, während illegale Plattformen wie Platincasino diese Einnahmen umgehen und damit Verluste verursachen, die nun quantifiziert vorliegen.
Auswirkungen auf die Marktbewertung
Die Forderung des DSWV zielt darauf ab, die bestehenden Modelle mit den neuen Ermittlungsdaten abzugleichen, sodass eine realistischere Einschätzung des Schwarzmarktanteils entsteht und dies wiederum die Evaluierung des GlüStV 2021 beeinflusst; Forscher und Analysten haben festgestellt, dass solche Abgleiche notwendig sind, um die Wirksamkeit der Regulierung zu messen und mögliche Lücken zu identifizieren, ohne dabei auf veraltete Annahmen zurückzugreifen.
Schlussfolgerung
Die Razzia gegen Platincasino liefert konkrete Zahlen, die den Aufruf des DSWV zur Überprüfung der GGL-Schätzungen untermauern, und dies geschieht im Kontext der GlüStV-Evaluierung im Oktober 2026, wobei die Debatte um die Methodik und die Einbeziehung legaler Steuereinnahmen weitergeführt wird, um eine fundierte Grundlage für künftige Regulierungsentscheidungen zu schaffen. Weitere Details zur Razzia und den damit verbundenen Analysen stehen in den offiziellen Berichten zur Verfügung, während die Position des Verbands die Notwendigkeit einer methodischen Anpassung unterstreicht.